Landung auf dem Rossboden

Endlich, am 2. November war es soweit. Es war doch ein sehnlichst erwarteter Termin der anstand, denn an diesem Datum sollte es endlich konkret werden. Wird Setzhouz im Rossboden starten können oder kommt es doch auf der Zielgerade nochmals zu Hindernissen.

Einige Mitglieder der Kerngruppe trafen sich am 2. November in Münsingen zu einem Rund-Tisch Gespräch mit einem Vertrer des Kantons (AGG), der Gemeinde Münsingen und dem aktuellen Pächter des Rossboden. Zudem waren auch noch Isabelle und Christoph Maurer von der Gärtnerei Maurer mit beim Gespräch. Das Ziel des Gesprächs war es, Klarheit über die aktuelle und zukünftige Situationen zu schaffen. Setzhouz möchte so bald als möglich den Rossboden bewirtschaften.

Das Gespräch verlief sehr wohlwollend und unterstützend von allen Seiten und die Arbeit der Setzhouz-Kerngruppe hat sich gelohnt. Vom Kanton gibt es eine Zusicherung für einen Zwischennutzungsvertrag ab 2023 sowie für den Pachtvertrag nach Abschluss der Bauarbeiten.

Ein wichtiger Schritt für unsere Solawi, wir sind gelandet!

Skizze Rossboden. Sabrina Furrer.

Noch immer im Gespräch ist unser zweiter Standort in Herolfingen. Denn aufgrund des Landschaftschutzartikels müssen wir auf dem Rossboden auf hohe und fixe Elemente verzichten. In Herolfingen besteht wohl eher die Möglichkeit Gewächstunnel zu stellen und Dauerkulturen anzubauen. Es bleibt also weiterhin spannend!

Am 11. Dezember 2022 von 14-16Uhr, findet die nächste Mitgliederversammlung im Rossboden statt. An diesem Datum wird Setzhouz „Anker setzen“ und gemeinsam beschliessen unser Gemüse ab Frühjahr 2023 mitten in Münsingen und vielleicht auch in Herolfingen anzubauen.

Herbstmärit und «Setzhouz auf zwei Geleisen»

Am letzten Samstag, den 10. September 2022, waren die Setzhöuzler:innen am Herbstmärit auf dem Schlossplatz in Münsingen zugegen. Organisiert wurde der Auftritt von unserer Arbeitsgruppe Marketing (die im übrigen noch Unterstützung brauchen könnte!). Dank der Mithilfe unserer Mitglieder konnte Setzhouz leckeres Zucchetti-Relish und Setzlinge anbieten.

Tags darauf, am 11. September, fand dann unsere Mitgliederversammlung statt. Leider mussten wir Sue aus dem Vorstandsamt verabschieden, als Mitglied wird sie unser Projekt auch weiterhin unterstützen. Zugleich freuen wir uns, dass wir mit Sabrina eine erfahrene Gemüsegärtnerin (Permakultur) und Sozialpädagogin für den Vorstand gewinnen konnten.

Sabrina hat uns in Herolfingen einen weiteren Standort vermittelt, der für unseren Gemüseanbau ab 2023 infrage kommt. Dort könnten wir mit dem Anbau sofort starten. Wir brauchen aber noch mindestens 100 Gemüse-Abonnent:innen, die bereit sind, für ihre Arbeitseinsätze einen gewissen Weg auf sich zu nehmen. Also meldet euch!

Den Standort Rossboden verfolgen wir weiter, da seine zentrale Lage viele Vorteile bietet. Mitten in Münsingen wird es einfacher sein, genügend Mitglieder für unsere Solawi zu finden. Anfang November treffen wir uns mit allen Beteiligten, inkl. den kantonalen und kommunalen Vertretern. Hoffentlich wird dann klar, ab wann wir den Rossboden bewirtschaften könnten.

An der Mitgliederversammlung hat der Vorstand über die beiden Standorte informiert. Anschliessend wurde im offenen, partizipativen Verfahren die aktuelle Lage evaluiert. Hier kam mit dem Ressourcen-/Bedürfniskreuz ein tolles Tool aus der Permakultur zur Anwendung (danke, Sabrina!).

Die Mitglieder haben sich schliesslich dafür ausgesprochen, den aktuellen, zweigleisigen Kurs von Setzhouz fortzusetzen.

Last but not least noch ein grosses «Merci» an die Familie Maurer der ökoGärtnerei Maurer, dafür dass sie uns an ihrem Märitstand und in ihrem Gewächshaus mit offenen Armen empfangen haben.

Abendspaziergänge auf dem Rossboden

In den Sommerferien haben wir drei abendliche Begehungen auf dem Rossboden durchgeführt. Wir trafen uns beim Kulturgarten der Ökogärtnerei Maurer. Die erste Begehung fand just an dem Tag statt, an dem wir vom Kanton die Auskunft per Mail erhielten, dass dem Verein Setzhouz bei der Pachtvergabe eine Hektare Land auf dem Rossboden zugedacht werden könnte.

Auf den Spaziergängen wurden wir von ortskundigen Mitgliedern, vorbei an geschichtsträchtigen Gebäuden und Plätzen, auf Schleichwegen zur reformierten Kirche geführt. Von hier aus hatten wir den perfekten Überblick. Wir sind aber auch ganz in die Erde eingetaucht und haben an einem bestehenden Bodenprofil Einblicke in die wunderbar tiefgründige und fruchtbare Erde erhalten.

Es ist sehr schön zu erleben, wie sich langsam Konturen abzeichnen und unser Weg hin zu einer Solawi mitten in Münsingen klarer und greifbarer wird. Dennoch wollen wir weiterhin wach und offenherzig nach anderen Möglichkeiten Ausschau halten.

Insgesamt waren die Abendspaziergänge eine schöne Gelegenheit, unser Projekt zusammen und im aktiven Austausch weiterzubringen.

Weidenflechten im Kulturgarten

Am Wochenende vom 25. und 26. Juni 2022 hat uns die Korbflechterin Anna Wichmann in die Kunst des Flechtens eingeführt. Den Kurs durften wir zwischen fröhlichen Blumen und süssen Beeren im Kulturgarten Münsingen durchführen. Dafür danken wir der Ökogärtnerei Maurer ganz herzlich!

Anna hat den Teilnehmer:innen in den beiden Tagen wertvolles Wissen über den nachhaltigen Rohstoff Weide vermittelt und zahlreiche Flechttechniken gezeigt. Dabei sind viele schöne Objekte entstanden: Körbe und Schalen, Rankgerüste, Kunstobjekte und Zäune. Es steht bereits die Idee im Raum, im Winter einen weiteren öffentlichen Kurs durchzuführen. Wenn du dich dafür interessierst, kontaktiere uns gerne.

Pflanzenmärit und Mitgliederversammlung

Ein bewegtes Wochenende für Setzhouz liegt hinter uns.
Am Samstag, den 30. April 2022, durften wir uns am Pflanzenmärit auf dem Schlossgutareal in Münsingen an einem Stand präsentieren und mit vielen Menschen wertvolle Gespräche führen. Wir haben Setzlinge angeboten und den von unserer Arbeitsgruppe Marketing neu gestalteten Flyer verteilt. Vielen Dank allen helfenden Händen und Herzen!

Am 1. Mai hat dann unsere dritte Mitgliederversammlung bei schönstem Wetter zwischen den Pflanzen der Ökogärtnerei Maurer stattgefunden. Wir danken Isabelle und Christoph für die Gastfreundschaft! Rege Diskussionen, viele positive Inputs für die Zukunft und neu gewählte engagierte Mitglieder – es war eine ganz und gar erfreuliche Zusammenkunft. Alle Anträge wurden angenommen und die Jahresrechnung 2021 genehmigt. Einstimmig wurde beschlossen, dass wir im Herbst Obst bei Michael Gäumann in Häutligen ernten – koordiniert von der neu gebildeten Arbeitsgruppe Obst. Und wenn alles gut geht, wird unsere Solawi in naher Zukunft auf dem Rossboden in Münsingen gedeihen können. Wer sich in der einen oder anderen Arbeitsgruppe engagieren möchte, ist mehr als herzlich willkommen und darf sich gerne bei uns melden.

Von offenen Herzen und Türen

Noch bis Ende Mai dauert unser Gemüseabo, bevor wir dann bis zum Finden unserer neuen Bleibe pausieren. Unser Gärtner Martin hat im Januar noch Salat für uns angezogen. Dieser wächst nun auf dem Demeterhof Oberholz in Rubigen, gemeinsam mit Knoblauch, Zwiebeln und Spinat. Die Winterkefen sind noch kaum gewachsen, sie warten auf den Regen. Wir danken Martin von Herzen für seine zurzeit ehrenamtliche Arbeit!

Derweil strecken wir die Fühler nach Häutligen aus. Am 23. März 2022 durften wir das Land von Michael Gäumann in Augenschein nehmen. Der Landwirt ist von sich aus auf uns zugekommen (davon können Solawis meist nur träumen!). Er hat sich schon sehr viele konkrete Gedanken gemacht, welche Infrastruktur er dem Setzhouz bieten kann und ist bereit, mit uns bestmögliche Lösungen für den Betrieb der Solawi zu finden. Das Bauchgefühl ist eindeutig: mit Michael können und wollen wir zusammenspannen. In welchem Umfang ist noch ganz offen.

Im April setzen wir uns ausserdem mit Vertreter:innen der Gemeinde Münsingen an einen Tisch, um unsere Chancen als künftige Bewirtschafterin des Rossbodens zu erörtern. Wir freuen uns sehr auf diese Möglichkeit, uns direkt mit den zuständigen Personen auszutauschen.

Aktuell dürfen wir unser Projekt an den Hauptversammlungen mehrerer politischer Parteien präsentieren und haben den Eindruck, dass uns Münsingens Politik durchaus wohlgesinnt ist.

Vereinsintern ist auch so Einiges am Laufen. Die neuen Arbeitsgruppen werden nach und nach aktiv. Ziel ist es, immer mehr Verantwortung vom Vorstand in Richtung Mitglieder zu verlagern. So ist z.B. die Vorbereitung eines Flyers für den Neuzuzügeranlass vom 30. April 2022 in Münsingen der AG Marketing übergeben worden. Am selben Tag werden wir auch am Pflanzenmärit im Schlosspark präsent sein und verschiedene Setzlinge verkaufen (u.a. Tomaten, Salat, Peperoni, Krautstiel und verschiedene Kohlsorten).

Wir freuen uns, dass immer wieder Menschen auf uns zukommen und sich für eine Mitwirkung bei Setzhouz interessieren. Tatsächlich haben wir noch schier unendlich viele Aufgaben zu vergeben und unsere Türen sind wirklich sperrangelweit offen für alle, die unsere Solawi mitaufbauen helfen möchten!

Ein Nachmittag auf dem Rossboden

Am 5. März haben wir uns getroffen, um gemeinsam den Rossboden in Münsingen zu begehen. Ein herzlicher Dank geht an die Setzhöuzler:innen Martin, Sue und Franziska, die den Anlass organisiert haben. Merci auch an Isabelle von der öko Gärtnerei Maurer, dafür dass sie uns im Kulturgarten willkommen hiess und dass sie unseren Rundgang mit ihrem Wissen als «Rossboden-Kind» bereichert hat.

Auf dem Rossboden befindet sich zurzeit eine grosse Baustelle für die Entlastungsstrasse Nord. Noch ist offen, wie das freibleibende Kulturland künftig bewirtschaftet wird. Es gibt ein hängiges Postulat, das – im Sinne eines Ausgleichs für die neue Strasse – eine ökologische Aufwertung und eine nachhaltige Bewirtschaftung fordert. Insofern könnte unsere Solawi Setzhouz gut als Pächterin passen. Bereits im letzten Dezember haben wir bei der Gemeinde unser Dossier eingereicht und unser Interesse am Standort Rossboden angemeldet.

Während wir auf Antwort warten, haben wir nun einen Nachmittag auf dem Rossboden verbracht für eine Bestandsaufnahme: Was brauchen wir? Was braucht das Land? Welche Ressourcen sind vorhanden? Wir haben den Stress wahrgenommen, unter dem der Rossboden aktuell steht und haben gespürt, dass er der Heilung bedarf. Wir haben aber auch gesehen, dass er fruchtbar ist und sonnig und dass seine Lage für eine Solawi viele Vorteile bietet.

Bei Tee und Kuchen haben wir schliesslich gemeinsam eine erste Skizze entworfen von dem, was auf dem Rossboden alles möglich sein könnte: Pilz-, Kräuter- und Beerengärten, Gemüsebeete mit mobilen Folientunnels, Agroforst, Obsthain, u.v.m. Nun hoffen wir, dass unsere Vision in Münsingen auf Resonanz trifft!

P.S.: Wenn du auch findest, dass es in Münsingen oder Umgebung eine solidarische Landwirtschaft braucht, dann freuen wir uns über deine Mithilfe im Projekt Setzhouz.

Auf zu neuen Ufern

Am 16. Januar 2022 haben sich die Vereinsmitglieder um die Feuerstellen und -schalen beim Pfadiheim Worb versammelt, um zu beschliessen, wie es mit Setzhouz weitergehen soll. Einstimmig wurde entschieden, den Gemüseanbau vorerst per Mai 2022 einzustellen. Bis dann werden noch die bereits gepflanzten Winterkulturen abgeerntet.

Wir danken Katrin und Hannes vom Biohof Trimstein dafür, dass wir unser Gemüse ein zweites Jahr auf ihrem Land hätten anbauen dürfen. Wir haben jedoch festgestellt, dass für eine solche Übergangslösung ohne langfristige Perspektive der Aufwand für die Gärtner:innen zu gross wäre. Auch wäre Setzhouz aufgrund der Lohn- und Betriebskosten unter grossen finanziellen Druck geraten. An der Mitgliederversammlung wurde nun ein Jahresbeitrag von 400 Franken pro bestehendem 2er-Abonnement festgelegt, der die Kosten für die verbleibenden Gemüsetaschen sowie die Vereinsauslagen deckt (z.B. Mieten, Administration, Werbung).

Nun sticht unser Setzhouz-Schiff in See. Und während wir durchs Fernrohr blicken, um neues Land zu entdecken, wollen wir die Überfahrt nutzen und die bestmöglichen Voraussetzungen für den Neubeginn schaffen. In zahlreichen Arbeitsgruppen nehmen sich die Mitglieder, unterstützt vom Vorstand, nun wichtigen Themen an wie:

  • Interne Organisation des Vereins, Verantwortlichkeiten festlegen
  • Budget und Businessplan aufstellen
  • Langfristig nutzbares Land im Raum Münsingen finden
  • Neue Mitglieder finden und Mitgliederkommunikation verbessern
  • Vereinsleben pflegen

Für diese Aufbauarbeit suchen wir noch viele weitere Leute, die sich im Setzhouz engagieren und für eine sozial und ökologisch nachhaltige Landwirtschaft einsetzen möchten. Alle, die Lust haben, mitzuwirken und mitzutun, sind herzlich willkommen!

Der Jahreskreis schliesst sich

Mit unserer Teilnahme an den Weihnachtsmärkten Grosshöchstetten und Münsingen sowie am Trimsteiner Adventsfenster neigt sich das erste Jahr unserer Solawi Setzhouz auf stimmungsvolle Weise dem Ende zu. Ein Dank geht an alle Mitglieder, die geholfen haben, die Marktstände vorzubereiten, aufzubauen und zu betreuen. „Merci“ sagen wir auch unserem Gärtner Martin für die Gestaltung unseres einmaligen Frühbeet-Adventsfensters!

Ins neue Jahr starten wir mit der Mitgliederversammlung vom 16. Januar 2022. Da sowohl die Mitglieder- wie auch die Landsuche stagnieren, stehen wir bezüglich der kommenden Anbausaison vor Grundsatzfragen.

Weihnachtsmärkte Grosshöchstetten und Münsingen

Fleissig sind unsere Mitglieder daran, Kimchi und Federkohlchips zu produzieren für unsere Weihnachtsmarktstände. Zudem verkaufen wir schöne Dekoäste vom Gysihof in Gysenstein:

Am 27. November 2021, ab 14 Uhr an der Kramgasse in Grosshöchstetten (Stand Nr. 20) und

am 4. Dezember 2021, 8-13 Uhr, am Winterzauber-Wuchemärit auf dem Schlossgutplatz.

Komm vorbei auf einen Schwatz, stelle Fragen zu unserem Solawi-Projekt, lerne die Menschen hinter Setzhouz kennen! Wir freuen uns auf dich.